Ein warmer Kakao kann mehr sein als nur ein Getränk. Zeremonieller Kakao wird aus möglichst wenig verarbeitetem Kakao hergestellt und traditionell mit Wasser zubereitet. Durch seinen intensiven Geschmack und die bewusste Zubereitung wird er häufig als kleines Ritual genossen.
Für einen zeremoniellen Kakao brauchst du nur wenige Zutaten. In meinem Rezept verwende ich hochwertigen Kakao, Wasser und Gewürze – ohne zugesetzten Zucker. Je nach Geschmack kannst du ihn cremiger, würziger oder milder zubereiten.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du zeremoniellen Kakao richtig zubereitest, welche Menge sich für eine Tasse eignet und was ihn von herkömmlichem Kakaopulver unterscheidet.
Was ist zeremonieller Kakao?
Zeremonieller Kakao wird meist aus ganzen Kakaobohnen hergestellt, die verarbeitet und anschließend zu einer festen Kakaomasse vermahlen werden. Anders als bei klassischem Kakaopulver bleibt dabei ein großer Teil der natürlich enthaltenen Kakaobutter erhalten. Deshalb wird zeremonieller Kakao häufig als Block, Stück oder Paste verkauft und ergibt ein besonders vollmundiges Getränk.
Der Begriff „zeremoniell“ bezieht sich weniger auf eine eindeutig geschützte Produktkategorie als auf die traditionelle beziehungsweise bewusste Verwendung des Kakaos. Qualität, Herkunft und Verarbeitung können sich deshalb je nach Anbieter deutlich unterscheiden.
Für die Zubereitung wird die Kakaomasse fein gehackt oder geraspelt und in heißem Wasser aufgelöst. Gewürze wie Zimt, Vanille, Chili oder Kardamom passen besonders gut dazu.
Im Gegensatz zu stark entöltem Kakaopulver enthält zeremonieller Kakao noch seine natürliche Kakaobutter und wird als ganze Kakaomasse verwendet. Dadurch schmeckt er besonders intensiv und vollmundig.
Kakao enthält von Natur aus unter anderem Theobromin, Magnesium und verschiedene Polyphenole. Die enthaltene Kakaobutter sorgt außerdem für die typisch cremige Konsistenz des Getränks.
Ich trinke zeremoniellen Kakao besonders gerne an kalten Winterabenden. Für mich ist die Zubereitung ein kleines Ritual – ein Moment der Ruhe und des bewussten Genießens.
Er hat meinen früheren süßen „Abend-Schoggi-Drink“ inzwischen komplett ersetzt. Heute genieße ich meinen Kakao lieber intensiv, würzig und ohne zugesetzten Zucker.

Zeremonieller Kakao ohne Zucker
Zutaten
- 20-25 g Rohkakao Ich nutze zeremoniellen Rohkakao von Suyana. Unbezahlte Werbung, persönliche Empfehlung.
- 250 ml Flüssigkeit Mandel- oder Kokosmilch, Wasser
- 1 Msp Vanille
- 1 Msp Zimt
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Chili optional
Anleitungen
- Gib die Flüssigkeit in einen kleinen Topf und erwärme sie vorsichtig – sie sollte heiß, aber nicht kochend sein.
- Füge den Kakao und die Gewürze direkt dazu.
- Verquirle alles mit einem Schneebesen oder Milchaufschäumer, bis eine glatte, cremige Konsistenz entsteht.
- Optional kannst du noch einen Schuss Pflanzenmilch hinzufügen, um ihn besonders samtig zu machen.
Notizen
Zeremoniellen Kakao richtig zubereiten
Für einen guten zeremoniellen Kakao braucht es keine komplizierte Zubereitung. Wichtig sind vor allem hochwertiger Kakao, die richtige Temperatur und etwas Zeit. Ich hacke die Kakaomasse zunächst in kleine Stücke, damit sie sich anschließend gleichmäßig im Wasser auflösen kann.

Das Wasser erhitze ich, ohne es sprudelnd kochen zu lassen. Anschließend gebe ich den Kakao dazu und rühre ihn langsam ein, bis eine gleichmäßige, cremige Konsistenz entsteht. Mit einem kleinen Schneebesen oder Milchaufschäumer wird der Kakao besonders fein und leicht schaumig.
Gewürze wie Zimt, Vanille, Kardamom oder eine kleine Prise Chili kannst du nach deinem persönlichen Geschmack ergänzen. Ich bereite meinen zeremoniellen Kakao ohne zugesetzten Zucker zu.
Wie viel zeremonieller Kakao pro Tasse?
Für eine Tasse verwende ich etwa 20–25 g zeremoniellen Kakao auf 250 ml Flüssigkeit. Damit wird der Kakao schön intensiv und vollmundig.
Wenn du zeremoniellen Kakao zum ersten Mal ausprobierst, kannst du mit etwa 20 g beginnen. Magst du ihn kräftiger, kannst du die Menge auf etwa 25 g erhöhen. So kannst du die Intensität ganz einfach deinem persönlichen Geschmack anpassen.
Warum ich meinen Kakao ohne Zucker trinke
Ich genieße den intensiven Geschmack von Kakao am liebsten ohne zugesetzten Zucker. Gewürze wie Zimt und Vanille geben dem Getränk zusätzlich Aroma, ohne seine charakteristische Kakaonote zu überdecken.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, warum ich Zucker möglichst vermeide und welche Süßungsmittel ich kritisch sehe, lies auch meinen Artikel „Zucker und Süßstoffe – deine Energieräuber“.
Zeremonieller Kakao: Wasser oder Pflanzenmilch?
Zeremonieller Kakao wird traditionell häufig mit Wasser zubereitet. Auch ich verwende für mein Rezept Wasser, weil dadurch der intensive und leicht herbe Geschmack des Kakaos besonders gut zur Geltung kommt.
Wenn du deinen zeremoniellen Kakao etwas milder und cremiger magst, kannst du einen Teil des Wassers durch einen ungesüßten Pflanzendrink ersetzen. Mandel- oder Kokosdrink passen geschmacklich besonders gut zu Kakao.
Bei Haferdrink lohnt sich ein genauerer Blick auf die Nährwertangaben. Durch die Verarbeitung der Haferstärke können Kohlenhydrate teilweise in kleinere Zuckerbausteine aufgespalten werden. Dadurch kann ein Haferdrink den Blutzucker stärker beeinflussen als beispielsweise ein ungesüßter Mandeldrink. Wie stark der Blutzucker tatsächlich ansteigt, ist jedoch individuell und hängt auch vom jeweiligen Produkt und der getrunkenen Menge ab.
Generell achte ich bei Pflanzendrinks auf eine möglichst kurze Zutatenliste und wähle bevorzugt Produkte ohne zugesetzten Zucker. Wasser, die jeweilige Pflanzenbasis und eventuell etwas Salz reichen für mich meistens völlig aus.
Welche Variante ist die richtige?
Das ist vor allem Geschmackssache. Mit Wasser wird der zeremonielle Kakao kräftiger und ursprünglicher, mit Pflanzenmilch milder und cremiger. Du kannst auch Wasser und Pflanzendrink miteinander kombinieren und das Verhältnis deinem Geschmack anpassen.
Wenn du – wie ich – gleichzeitig auf deinen Blutzucker achtest, lohnt sich besonders bei Haferdrink ein Blick auf die Kohlenhydrate und darauf, wie dein Körper individuell darauf reagiert. Warum Hafer bei manchen Menschen den Blutzucker deutlich stärker ansteigen lässt als erwartet und worauf du bei der Zubereitung achten kannst, erkläre ich ausführlich in meinem Artikel „Haferflocken und Blutzucker“: Warum dein Frühstück zur Zuckerfalle werden kann.
Welches Kochgeschirr eignet sich für zeremoniellen Kakao?
Für die Zubereitung brauchst du kein besonderes Zubehör. Ein kleiner Topf und ein Schneebesen reichen völlig aus. Ich verwende in meiner Küche gerne Glas oder Keramik, weil ich möglichst unkompliziert mit Materialien koche, mit denen ich mich wohlfühle.
Wenn du ebenfalls nach einem passenden Topf suchst, findest du hier meine Empfehlungen für Glas und Keramik-Kochgeschirr*.
Zeremonieller Kakao: Wirkung und Inhaltsstoffe
Zeremonieller Kakao wird nicht nur wegen seines intensiven Geschmacks geschätzt. Kakao enthält von Natur aus eine ganze Reihe interessanter Pflanzenstoffe und Mineralstoffe. Dazu gehören vor allem Theobromin, Polyphenole beziehungsweise Flavanole und Magnesium. Auch eine kleine Menge Koffein ist enthalten.
Theobromin – der typische Pflanzenstoff im Kakao
Theobromin gehört wie Koffein zu den sogenannten Methylxanthinen und ist einer der charakteristischen Inhaltsstoffe der Kakaobohne. Kakao enthält deutlich mehr Theobromin als Koffein.
Theobromin wirkt anders als das Koffein einer Tasse Kaffee. Deshalb empfinde ich persönlich zeremoniellen Kakao als angenehmes Getränk, wenn ich etwas Warmes und Intensives genießen möchte. Trotzdem solltest du wissen: Auch Kakao enthält anregende Substanzen. Wenn du empfindlich darauf reagierst, würde ich besonders am Abend zunächst mit einer kleineren Menge ausprobieren, wie du ihn verträgst.
Polyphenole und Flavanole
Kakao ist außerdem reich an Polyphenolen. Zu den besonders gut untersuchten Pflanzenstoffen gehören die Kakao-Flavanole wie Epicatechin und Catechin. Ihr Gehalt ist allerdings nicht bei jedem Kakaoprodukt gleich. Herkunft, Fermentation, Röstung und weitere Verarbeitungsschritte können beeinflussen, wie viele davon im fertigen Kakao enthalten sind.
Gerade deshalb achte ich bei Kakao lieber auf ein möglichst hochwertiges, wenig verarbeitetes Produkt, statt ihn hauptsächlich als süßes Schokoladengetränk zu betrachten.
Magnesium und weitere Mineralstoffe
Kakao liefert außerdem verschiedene Mineralstoffe und ist unter anderem eine natürliche Magnesiumquelle. Wie viel Magnesium du mit einer Tasse tatsächlich aufnimmst, hängt jedoch von der verwendeten Kakaomenge und dem jeweiligen Produkt ab.
Magnesium erfüllt im Körper zahlreiche wichtige Aufgaben und spielt unter anderem für Muskeln, Nervensystem und Energiestoffwechsel eine Rolle. Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, erfährst du in meinem Artikel „Magnesium bei Entzündungen: Warum der Mineralstoff so wichtig ist“ mehr über Magnesium und seine Bedeutung für den Körper.
Für mich ist zeremonieller Kakao deshalb vor allem eines: ein hochwertiges Genussmittel, das interessante Pflanzenstoffe und Mineralstoffe mitbringt. Ich sehe ihn aber nicht als Wundermittel. Viele der im Internet verbreiteten Versprechen rund um „Herzöffnung“, Glücksgefühle oder außergewöhnliche Heilwirkungen gehen deutlich weiter, als es die wissenschaftliche Datenlage rechtfertigt.
Meine persönliche Erfahrung mit einer Kakao-Zeremonie
Meinen ersten bewussten Kontakt mit zeremoniellem Kakao hatte ich vor etwa einem Jahr bei einem Vollmond-Ritual in einem Frauenkreis. Neben Meditation und Austausch gehörte auch eine Kakao-Zeremonie dazu. Die Kursleiterin erzählte uns von der traditionellen Vorstellung, dass Kakao das Herz öffnen und die Wahrnehmung intensivieren könne. Sie erwähnte außerdem, dass wir in der folgenden Nacht möglicherweise intensiver träumen würden.
Genau das habe ich tatsächlich erlebt. Wenn ich zeremoniellen Kakao trinke, habe ich persönlich das Gefühl, in der Nacht deutlich mehr und intensiver zu träumen. Diese Erfahrung hat sich bei mir inzwischen mehrfach wiederholt.
Ob der Kakao tatsächlich die Ursache dafür ist, kann ich natürlich nicht sagen. Träume werden von vielen Faktoren beeinflusst, und aus meiner persönlichen Beobachtung lässt sich keine allgemeine Wirkung ableiten. Für mich gehört diese Erfahrung trotzdem zu meinem ganz persönlichen Ritual mit zeremoniellem Kakao.
Wenn du mehr über diesen besonderen Abend erfahren möchtest: In meinem Artikel „Rituale zum November-Vollmond – die schwarze Mondgöttin“ erzähle ich ausführlicher über den Vollmondkreis und die Rituale dieses Abends.

Häufige Fragen zu zeremoniellem Kakao
Fazit: Zeremonieller Kakao als bewusstes Genussritual
Zeremonieller Kakao ist für mich weit mehr als eine Alternative zu klassischer heißer Schokolade. Ich mag seinen intensiven Geschmack, die einfache Zubereitung und vor allem den bewussten Moment, den ich damit verbinde.
Ob du ihn mit Wasser oder Pflanzenmilch, mit Zimt, Vanille oder einer Prise Chili zubereitest, kannst du ganz nach deinem Geschmack entscheiden. Mein Rezept ist bewusst einfach gehalten und kommt ohne zugesetzten Zucker aus.
Wenn du zeremoniellen Kakao noch nicht kennst, probiere zunächst eine kleinere Menge aus und finde heraus, welche Zubereitung dir am besten schmeckt. Vielleicht wird daraus auch für dich ein kleines Ritual – ganz ohne große Versprechen, dafür mit viel Genuss.













